für die Entdeckung der beschleunigten Ausdehnung des Universums durch die Beobachtung ferner SupernovaeDamit ist eine Entdeckung gemeint, die wir heute normalerweise als "dunkle Energie" kennen. Die dunkle Energie ist eine faszinierende Sache. Irgendwas muss da im Universum existieren, dass es dazu bringt, sich schneller auszudehnen, als wir das erwarten. Die Messungen (das sind genau die Messungen für die jetzt der Preis verliehen wurde) haben aber gezeigt, dass dieses "irgendwas" ungefähr 75 Prozent der gesamten Materie/Energie-Bilanz des Universums ausmachen muss! Das ist eine ziemlich verblüffende Erkenntnis, und noch dazu eine, die mittlerweile auf verschiedene, unabhängige Messungen bestätigt wurde. Also absolut würdig, einen Nobelpreis zu bekommen!
Genauso wie die dunkle Materie hat man ihre Existenz aus Beobachtungen gefolgert. Im Frühling 1998 waren Forscher unter der Führung des Australiers Brian Schmidt damit beschäftigt, Beobachtungsdaten von Supernovae zu analysieren.
Eine Supernova ist eine gewaltige Explosion, die dann stattfindet, wenn ein großer Stern über keinen Brennstoff mehr verfügt und sein Leben explosiv beendet. Es gibt aber auch noch einen andere Art der Supernova: dabei kreist ein weißer Zwerg um einen anderen Stern.
So ein Ereignis nennt man eine "Supernova vom Typ Ia" und sie sind sehr wichtig für die Kosmologie. Alle diese Explosionen verlaufen auf die gleiche Art und Weise - die Helligkeit der Supernovae ist also am Ort des Geschehens immer gleich groß. Wenn wir auf der Erde also zwei Supernovae vom Typ Ia beobachten; einmal sehr hell und einmal schwächer, dann wissen wir, dass die schwächere Supernova weiter entfernt sein muss
Mit der Beobachtung von Typ Ia-Supernovae lassen sich also Entfernungen im Kosmos bestimmen - und da die Explosionen sehr hell sind, können so auch weit entfernte Gebiete vermessen werden.
Zerlegt man das Licht, das von einer Supernova kommt, in seine einzelnen Bestandteile ("Spektroskopie"), dann kann man daraus noch weitere Informationen gewinnen. Je nachdem wie schnell sich eine Lichtquelle bewegt, verändert sich ihr Spektrum. Man kann also nicht nur feststellen, wie weit entfernt eine Supernova ist - man kann auch bestimmen, wie schnell sie sich von uns fort bzw. auf uns zu bewegt!
Seit der Forschung von Edwin Hubble wissen wir, dass sich das Universum ausdehnt: alles bewegt sich von allem fort. Diese Expansion hat vor 13,7 Milliarden Jahren beim Urknall begonnen und dauert heute noch an. Früher dachte man, dass die Expansion im Laufe der Zeit immer langsamer werden müsste. Denn auch wenn die Ausdehnung des Universums alles auseinandertreibt, sollte die Gravitationskraft irgendwann dafür sorgen, dass die Ausdehnung gebremst wird.
Genau das wollten die Forscher um Brian Schmidt genauer untersuchen. Man wollte feststellen, wie stark die gegenseitige Anziehung der Materie die Ausdehnung des Universums abbremst.
ie Rate, mit der sich das Universum ausdehnt, wird normalerweise mit der Hubble-Konstante beschrieben. Wenn das Universum sich aber heute schneller ausdehnt als in der Vergangenheit, dann kann die Hubble-Konstante gar nicht konstant sein! Das war wirklich eine dramatische Entdeckung.
Irgendwas, irgendeine bisher unbekannte Energie sorgt also anscheinend dafür, dass sich die Ausdehnung des Universums nicht verlangsamt. Die Wissenschaftler konnten sogar Abschätzen, wieviel von dieser Energie vorhanden sein musste: sie sollte 70% des Universums ausmachen!
Das war schon eine gewagte Behauptung: das Universum besteht größtenteils aus etwas, das wir bisher nicht kannten. So unwahrscheinlich das auch klingen mochte - unabhängige Experimente bestätigten die Behauptung.
